Bärewirtstöchterli 2020

Freilichttheater Bärewirtstöchterli
24. Juni – 8. August 2020
Bärenplatz, Signau

Alle Zehn Jahre wieder!
Anfangs 18. Jahrhundert spielt das Schauspiel «Bärewirts Töchterli», das nächstes Jahr am Originalspielort vor dem Landgasthof Bären in Signau aufgeführt wird. Gegen 50 Laiendarstellerinnen und -darsteller – darunter viele Kinder, Pferde, Schafe, Geissen und allerlei Federvieh sind in Haupt- und Nebenrollen zu sehen. Das geschichtsträchtige Stücks von Karl Grunder wird aus Tradition seit Jahren in Signau aufgeführt. Weil «Bärewirts Töchterli» seit den 50er-Jahren zu Signau gehört wie die Tellspiele zu Interlaken, kommt es alle zehn Jahre zur Aufführung. Auf dem Bärenplatz von Signau wird nächsten Sommer das Rad der Zeit um mehr als 200 Jahre zurückgedreht. Tauchen Sie ein in eine längst vergangene Zeit, erleben Sie das emsige Treiben auf den Dorf-Märit und die Vögte die damals das niedere Volk drangsalierten.

Deftig geht es zu und her vor dem Bären. Die Bauern sind unzufrieden. Sie fühlen sich von den Landvögten und den gnädigen Herren zu Bern ungerecht behandelt. Die Sprache der Darstellenden ist kräftig und kernig. Auch die Figuren wirken bodenständig-ungeschliffen. Das ist ganz im Sinne des Autors Karl Grunder und der Bühnenbearbeitung von Barbara Bircher und Rolf Schoch. Die «Oberen» dagegen, der Landvogt und sein Sohn Ernest, parlieren oft hoch zu Ross in gestelztem Patrizierdeutsch. Samt und Brokat treffen auf Halbleiniges. Auf der einen Seite wird opportunistisch katzgebuckelt. Auf der anderen Seite wächst der Widerstand der Unzufriedenen. Es kommt wie es kommen muss: Die Liebe zwischen Liseli und Fritz obsiegt, das alte Bern ist von den Franzosen geschlagen, und die Landvögte sind verbannt.

«Chömet cho lose, luege u gniesse.»

Zum Stück
Signau im Jahr 1798, einer Zeit der Feudalherrschaft und Unterdrückung. Liseli, die Tochter des Bärenwirts, liebt den rechtschaffenen Bauernsohn Fritz. Der Verbindung würde nichts im Wege stehen, wäre da nicht der Junker von Signau, der ausgerechnet die Bärentochter zum Ziel seiner landvögdlichen Eroberungskunst macht. Während sich der Bärenwirt von einer adeligen Verheiratung seiner Tochter persönliche Vorteile ausrechnet, steht Liseli unbeirrt zu ihrer wahren Herzensneigung. In Ehre und Eitelkeit verletzt, schaltet Junker Ernest den Nebenbuhler Fritz mit einer gemeinen List aus und macht ihn im Schlossgefängnis unschädlich. Inzwischen sind die Franzosen gegen Bern vorgedrungen, man rüstet sich zur Schlacht beim Grauholz. Um nicht ohne ihren Wachtmeister ins Gefecht ziehen zu müssen, stürmen die Signauer das Schloss und erzwingen die Freilassung von Fritz. Liseli, die mittlerweile nichts mehr zu verlieren hat, zieht mit ins Gefecht. Zwar verlieren die Berner die Schlacht gegen die Franzosen. Die feige Flucht des Landvogts und seines Sohnes Ernest bedeutet jedoch für die Signauer das Ende einer Schreckensherrschaft – und für Liseli das Ende einer gemeinen Intrige um ihre Liebe. Eine neue Zeit kann beginnen.

Künstlerische Leitung
Barbara Bircher und Rolf Schoch

Spieldaten
Jeweils Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag.
Spielbeginn 20.30 Uhr

Theaterbeiz ab 18.00 Uhr geöffnet

Weitere Infos folgen!